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Steuern / Einkommensteuer 
Freitag, 27.08.2021

Anwendung der Entfernungspauschale bei typischerweise arbeitstäglichem Aufsuchen eines vom Arbeitgeber festgelegten Sammelpunkts?

Der Bundesfinanzhof hat zur Frage Stellung genommen, wie der Gesetzeswortlaut “typischerweise arbeitstäglich” in § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 3 EStG auszulegen und ob die Rechtsnorm nur anwendbar ist, wenn der Arbeitnehmer den vom Arbeitgeber bestimmten Ort (hier: Sammelpunkt) an sämtlichen seiner Arbeitstage aufsuchen soll (Az. VI R 6/19).

Die entsprechende Anwendung der Entfernungspauschale setze gemäß § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 3 EStG voraus, dass der Arbeitnehmer den Ort oder das weiträumige Gebiet zur Aufnahme der Arbeit aufgrund einer Weisung des Arbeitgebers zum einen typischerweise arbeitstäglich und zum anderen auch dauerhaft aufzusuchen habe.

Ein “typischerweise arbeitstägliches” Aufsuchen erfordere kein ausnahmsloses Aufsuchen des vom Arbeitgeber festgelegten Orts oder Gebiets an sämtlichen Arbeitstagen des Arbeitnehmers. Ein nach Weisung “typischerweise fahrtägliches” Aufsuchen genüge aber nicht. Für die Frage, ob der Arbeitnehmer denselben Ort oder dasselbe weiträumige Tätigkeitsgebiet aufgrund der Weisung des Arbeitgebers “dauerhaft” aufzusuchen habe, sei die Legaldefinition in § 9 Abs. 4 Satz 3 EStG entsprechend heranzuziehen.

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